Ostern

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Die Osternacht
In ihr ereignete sich das Wunder der Auferstehung Jesu. Als die Frauen morgens - so wie Lukas schreibt: sehr früh - zum Grab kamen, um den Leichnam Jesu zu salben, da fanden sie das Grab leer vor. Jesus war nicht mehr da, er war auferstanden.
Dieses Wunder des Lebens inmitten der Nacht, in der die Trauer um den geliebten Menschen ungehindert Einzug halten kann und in der Ängste ins Unermessliche wachsen können, bringt das Leben. Bringt Jesus aus dem Tod ins Leben zurück - und doch ist es mehr als eine bloße Wiederkehr. Es ist der Sieg des Lebens über den Tod; es ist der Sieg der Gnade Gottes über die Schuld der Welt. Es ist der eine Anfang, der jedem Menschen zu jeder Zeit einen Neuanfang ermöglicht.

Die Feiern in der Osternacht, die auch in den evangelischen Gemeinden seit einigen Jahrzehnten zunehmend begangen werden, gehen den Weg von der Schöpfung der Welt durch die Zeit des Alten Testaments bis hin zum Leben, Sterben und Auferstehen Jesu.
Der Beginn in der dunklen Kirche, die nur erhellt wird vom Licht der Osterkerze und die mit dem Fortschreiten der biblischen Botschaft stetig heller wird, bis der Ruf: 'Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!' - die Kirche ausfüllt und das Licht die Kirche erhellt, lässt die Gemeinde dieses Wunder spürbar werden.

Das gemeinsame Abendmahl ist Zeichen der Gemeinschaft, die die Christen mit dem Auferstandenen haben und zugleich Freudenmahl für das Leben.

In der alten Kirche war die Osternacht einer der zwei jährlichen Gottesdienste, in der die Taufanwärter nach der vorbereitenden Fastenzeit getauft wurden. Heute gehören zumindest Tauferinnerungsfeiern zum festen Bestandteil der Osternachtfeier vieler Gemeinden.

Der Grund des christlichen Glaubens
'Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!'
Mit diesem Osterruf beginnen die Gottesdienste am Ostersonntag. Und das ist auch die Botschaft dieses Festes: Jesus ist auferstanden! Er ist nicht im Tod geblieben, das Grab ist leer und in den nächsten Tagen wird der Auferstandene verschiedenen Menschen begegnen: den Frauen am Grab, den trauernden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, dem zweifelnden Thomas... Sie alle bezeugen, dass Jesus wirklich, dass er wahrhaftig auferstanden ist.

Jesu Auferstehung ist der Grund des christlichen Glaubens. Wäre er nicht auferstanden, dann gäbe es keinen Grund zu glauben. Dann wäre sein Tod das Ende eines großen und einmaligen Menschen gewesen. Seine Auferstehung macht ihn einmal mehr zu Gottes Sohn und zeigt, dass durch ihn das Leben und der Glaube an Gott, wie Jesus ihn verkündigt und gelebt hat, eine Hoffnung über den Tod hinaus bringt.

Paulus bringt das in seinem 1. Brief an die Korinther auf den Punkt: 'Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.' ... 'Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden.' ... 'Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.' (1. Korinther 15, 14,17+20)

Die Entstehung des Osterfestes
Die urchristliche Gemeinde feierte an jedem Sonntag des Jahres 'Ostern', da sie an jedem Sonntag die Auferstehung ihres Herrn feierte. Daraus entwickelte sich bereits Anfang des 2. Jahrhunderts ein jährliches Osterfest, das weder einen festen Termin, noch einen festgelegten Ablauf hatte. Das Konzil von Nicäa legte 325 n.Chr. das Osterfest auf den 1. Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling fest. Daraus ergibt sich, dass Ostern als frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert werden kann.


 

 

 

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