
Die Erfahrung lehrt, dass mit unterschiedlichen Gottesdiensten Menschen unterschiedlicher Art
sich ansprechen lassen. Nicht jeder Gottesdienst paßt für jeden in jeder Lebensphase.
Familien mit Kindern haben andere Bedürfnisse als ältere Menschen. Der eine sehnt sich nach einem mitreißenden Gottesdienst und liebt moderne Musik, andere lieben es eher klassisch und besinnlich. Es ist gut, wenn nicht alle mit einem einzigen Angebot vorlieb nehmen müssen.
Was bestehen bleibt: die Weihnachtsbotschaft ändert sich nicht. Christus ist auf die Welt gekommen, für alle. Die faszinierende und immer wieder neue Botschaft aber in unterschiedlichen Weisen zu vermitteln ist die Herausforderung unserer Zeit.
Die evangelische Kirchengemeinde hat im vergangenen Jahr neue Wege beschritten. Erstmals wurde die „etwas andere Weihnachtsfeier“, ein schwungvoller Gottesdienst in modernem Gewand mit Schwerpunkt Weihnachtsmusical oder Krippenspiel und Bandbegleitung in der Räuchlehalle angeboten und von vielen begeistert angenommen. Auch 2011 sollen wieder 2 Aufführungen in der Räuchlehalle stattfinden.
Im Mittelpunkt wird aber in diesem Jahr kein Musical stehen, sondern ein Theaterstück, das eine berühmte Geschichte von Leo Tolstoj aufgreift: Martin der Schuster. Es geht um die Frage: wenn Christus heute käme, würden wir ihn aufnehmen oder abweisen?
Die Gottesdienstumfrage hat deutlich gemacht, dass viele treue Gottesdienstbesucher einen besinnlicheren Gottesdienst an Heiligabend in der weihnachtlichen Atmosphäre der Kirche begrüßen würden. Ein solcher wurde ja auch im vergangenen Jahr mit der Christmette angeboten, die aber vielen älteren Gemeindegliedern zu spät liegt. Sie wollen in der Nacht das Haus nicht mehr verlassen. Ein verständliches Argument. So kam – angeregt durch mehrere Vorschläge aus der Gemeinde – der Gedanke auf, eine Christvesper am frühen Abend in Erwägung zu ziehen.
Dieser neue Gottesdienst soll erstmals in diesem Jahr gefeiert werden. Um 18.30 Uhr wird in ruhiger Atmosphäre in der weihnachtlich geschmückten Söllinger Michaelskirche eine Christvesper von etwa 45 Minuten Dauer mit den vertrauten alten Weihnachtschorälen und festlicher Orgelmusik und Chorgesang stattfinden.
Die bisherige Christmette um 22 Uhr wird ebenfalls beibehalten für diejenigen, die diesen Gottesdienst in der Heiligen Nacht lieben und die kerzenerleuchtete Atmophäre der Michaelskirche schätzen. Da der Kirchenchor die Christvesper mitgestaltet, wird in der Nacht der Akzent mehr auf der Musik und Sologesang liegen.
Freuen würden wir uns, wenn dieses noch einmal erweiterte gottesdienstliche Angebot viele anlocken würde, die vielleicht bislang noch gar nicht gekommen sind. Weihnachten ist ein Fest für alle und es soll auf vielfältige Weise gefeiert werden. Hauptsache dass das Kind in der Krippe im Zentrum bleibt.